Stehen bleiben um voran zu kommen

HALLO ICH BIN und man nennt mich LOLA!

In meinem Podcast erwartet dich Außergewöhnliches! 

Viel Spaß beim zuhören.

Los gehts!

Bleib doch mal stehen!

Ach du meine Güte!

Was ist denn da los? 

Bleibt einfach nicht stehen. 

Nicht mal für ein Sekündchen!

Rennt wie besessen, getrieben oder UND gejagt!

Doch wer besitzt denn, wer treibt da an und wer ist da der alte Jäger?

Halt! Jetzt mach doch mal Halt! Ach Bitte!

Nichts.

Rennt wie ein Blöder. Verzeihung… Wie ein Blöder/ eine Blöde! Muss ja gegendert werden, ach so wichtig in der heutigen … ZEIT!

Diese ZEIT! Was die für Faxen macht! Wundert mich, dass sie nicht längst eine Zipfelmütze aufgesetzt bekommen hat und Krawuzikapuzi macht. Aber warte… Macht sie doch eh gell? ;-)

Und dabei rennt sie!

Rennt wie ein vom Teufel getunter Pfitschipfeil, macht alle hysterisch, aber macht dann an den unnötigsten Stellen Halt. Beim Genderdingsbums zum Beispiel. Das ist doch nichts als Keiltreiben. Jaja Keil treiben… Das haben sie der “Zeit” wohl gnadenlos gut antrainiert.

Sie rennt permanent, unermüdlich und rasend schnell umher, wie dieser Roadrunner, aber der ist nun schon mindestens auf Speed! Da macht nichts mehr “Meep Meep” da machts nur noch MODIMIDOFREISASOOOOOOnntag! (was soviel heißt wie Montag bis Freitag eine Wurschtringerl ohne Anfang ohne Ende.

Sie rennt. Hilft alles nichts. Rennt wie verrückt. Ist verrückt. Muss sie sein.

Na dann … Setzen wir uns kurz daneben hin und lassen einfach laufen. Hilft ja eh nix!

Könnte man die Zeit eigentlich einbremsen? Wär doch schön, oder?

Gerade für die, die das Gefühl haben, sie vergeht, wirklich und tatsächlich VIEL ZU SCHNELL. Immer wenn die Zeit ZU SCHNELL vergeht, dann kannst du nur eins tun. LAUFEN LASSEN. Das ist wie mit kleinen Kindern. Wenn die davon rennen und du rennst ihnen nach, laufen sie nur noch schneller. Bleibst du aber stehen oder drehst gar um, dauert es nicht lange und sie laufen zu dir zurück. Auch die Zeit ist so ein kleines, verspieltes Kind. Lauf ihr besser nicht nach, dann bleibt sie ganz von selbst bei dir.

Ich finde ja, der beste Zeitpunkt um die Zeit einfach mal laufen zu lassen ist, wenn dir auffällt, dass sie rennt. Wenn du zum Beispiel alle Hände voll zu tun hast, auf die Uhr schaust und dir denkst “Gibts ja nicht! Schon wieder so spät?”

Oder der Moment, wenn du deinen Kumpel triffst, mit dem du dich schon ewig mal treffen wolltest, aber die Zeit irgendwie nie Halt gemacht hat, um das auch umzusetzen. Wenn ihr beide dann beschließt, ABER JETZT treffen wir uns dann bald! Wobei ihr beide wisst, das wird nichts. Ihr geht wieder auseinander und das Bein klebt weiter am Zeitpedal. Wir vergessen doch alle ganz gern im Gefecht des Alltags, wo die Bremse ist, oder? 

Und wer will schon die Bremse benutzen oder gar die Handbremse ziehen? 

Am Ende überholen uns noch alle anderen, denken wir und wo bleiben wir dann? Einsam, verlassen und allein? Wir wissen es nicht-, weil sich auch keiner so recht traut, stehenzubleiben … also lieber das Vollgas. Machen ja alle so. 

Ich frage mich ja zunehmend, warum sie denn so rennen MUSS, die Zeit?

Wollten wir nicht ursprünglich die Zeit genießen, aber bei all dem “du musst, du sollst, sei nicht faul, sei nicht träge, beweg dich, tu was, mach was, gib nicht auf!” kommt der Stein ja sowieso ins Rollen. Und er rollt. 

Und dann kommen diese Erfolgstypen und erzählen dir was von “werde erfolgreich und bring den Stein ins Rollen” Dabei erklärt dir aber kein Schwanz… Oder Schwänzin… , dass du erst den rollenden Stein stoppen musst, um ihn neu zu positionieren, um dich selbst zu verwirklichen! Denn solange dieser Kiesel in einer Lawine rollender Steine dahinbrettert, bist du nur in einer Hinsicht erfolgreich, nämlich erfolgreich erfolglos.

Es ist also wichtiger zu wissen, wie man einen rollenden Stein stoppt, als zu wissen, wie man ihn ins Rollen bringt. 

Ganz schön mühsam, die Vorstellung, ein kleines Steinchen aus einer Schotterlawine heraus retten zu müssen, oder?

Aber es geht. Man muss sich nur darauf gefasst machen, dass es Kratzer geben wird. Die sind aber gar nicht schlimm. Immerhin rollt diese Lawine wie eine Horde Soldaten aufgefädelt in einer Reihe. Man müsste sich nur für einen Minimoment quer stellen, nicht einknicken und aufhören Händchen zu halten mit dem Nachbarn. Dann ZACK- wärst du ausgebüxt aus der steinigenden Welle!

Steinigende Welle … Und alle rollen mit. Querstellen zu mühsam, zu unbequem und ja mei, geht ja so einfach dieses dahinpurzeln von einem Tag zum anderen, von einer Woche zur nächsten, von einem Jahr ins Nächste… Und so weiter.

 

Man müsste vielleicht nur diese “Angst” überwinden, dass man hinten ankommen könnte oder gar letzter wird, alles verpasst oder das “falsche” getan hat, wenn man mal sein Steinchen aus der Masse befördert. 

Aber wenn alle anderen Steinchen davonrollen, kommen diese  “Oh mein Gott! Was hab ich gemacht! Ich bin allein angekommen! Niemand mehr da! Wo sind denn alle hin? Hilfe!” Gedanken. 

Aber spätestens dann, wenn man sich davon nicht beeindrucken lässt und ganz in seiner Ruhe angekommen ist, hört man … Ja, was hört man dann? 

Ein ganz leises “Sch ….” und irgendwann wackelt der Boden ganz leicht. 

Das “Sch …” wird ein lautes Rauschen und wenn man dann kurz nach hinten blickt, sieht man die Lawine anrollen! Der Boden beginnt zu beben und ein ohrenbetäubendes Donnerwetter bricht herein. Ja Fix Sakkra! Rollt die Lawine denn im Kreis?

Ja, das tut sie! Sie weiß es nur nicht! ABER DU weißt das, wenn du kurz innehältst und einfach mal stehen bleibst. 

Cool bleiben … Und vergiss es, es hilft nichts in die Lawine rein zu brüllen, dass sie alle im Kreis rollen … Die hören nichts. Schlimmer: sie wollen es gar nicht hören. Sie rollen lieber weiter, bis ihre Steine ganz abgenutzt sind und zu Staub zerfallen. Glücklicherweise werden stetig neue Steinchen hinzugefügt. Die Lawine wird ewig leben! Und sie wird wachsen, wenn nicht ganz ganz viele Steinchen beschließen, loszulassen, stehenzubleiben, haltzumachen. 

Die Zeit vergeht übrigens auch genau deshalb immer schneller. Weil die Lawine größer und schwerer wird. Ihr Donnerwetter zieht alles was nicht niet- und nagelfest ist in ihren Sog. Und wer dort landet, macht immerzu nur “MODIMIDOFREISASOOOOOOnntag!”

Alles rennt mit und alles rennt GEGEN die Zeit! Einerseits wollen alle immer schnell vorankommen, aber niemand will dort ankommen, wo die Zeit dann … Jaja, das will keiner hören. Der Tod! 

Dem Tod, drillen sie uns ein, rennt sie in die Arme, die Zeit! Und vor diesen Armen wird uns kräftig Bammel gemacht. Doch die Lawine rollt gnadenlos rasant darauf zu. 

Wer diese Arme nicht so sehnsüchtig erwartet, sollte meiner Meinung nach also die Gänge zurückschrauben lernen. Durch das Leben gechillt zu cruisen macht ja auch viel mehr Spaß als zu rasen. 

Außerdem ist es mir persönlich auch egal, ob ich im fetten Sportwagen sitze, im Prestigevierradler, im Luxusschlitten oder in der Seifenkiste … Mir ist wichtiger, viel zu sehen! Das gelingt nur, wenn man Zeit hat, sich auch in Ruhe umzuschauen. Der noch so langweilige Ort kommt mit den Wundern und Sehenswürdigkeiten immer erst dann hervor, wenn einer da ist, der das auch würdigen kann! So haben mir das zumindest die Orte, an denen ich verweilt bin, erklärt. Wenn man genau hinsieht, beginnt die Welt sogar zu posen und bringt unfassbar schöne Kunststücke zum Vorschein. Also na ja … zurück …

Wir alle rennen, rennen, rennen. 

Die Zeit rennt natürlich durch unser Rennen auch immer schneller und schneller und schneller … JETZT wirds lustig! Wir rennen im Kreis, in der Hoffnung, morgen an einem besseren Ort anzukommen. Das ist lustig! 

Oh Verzeihung du armes Wörtchen “lustig”. 

Es sollte ein Wort geben, dass “lustig” im Sinne von einem paradox, lächerlichem Widerspruch des menschlichen Verhaltens vereint … 

Oh ich habs! “menschlig”. Also: Ist das nicht menschlig?

Nun ja, die Frage ist, würde man sich mal quer stellen und die Lawine drüber rattern lassen … was wäre dann … Wer hier nicht in Panik verfällt und seine Skepsis gegenüber einer eingefahrenen Lawinenbahn bewahrt, der rührt sich erstmal nicht von der Stelle und lässt die Masse einfach drüber donnern. Er würde dann ja erkennen, dass er nichts verpasst. Bald schon rollt sie wieder daher. Der Kurs wechselt nicht. Dauerschleife. Die Bahn ist so gut eingetrampelt, da gibts kaum einen Querschläger. Vor allem nicht in der rollenden Masse. Querschläger sind immer die, die kurz mal stehen bleiben und über die hohen Mauern klettern, wenn keiner da ist, der sie nach unten reißen könnte.

Weißt du, was ich so richtig verrückt finde? Wir alle, oder viele von uns, haben das Gefühl, die Zeit würde viel zu schnell vergehen. Dabei überlegen wir uns, wie wir das ein wenig eindämmen könnten, um die Zeit besser genießen zu können. Dabei lassen wir uns denken, dass wir mehr aus unserer Zeit machen sollten, indem wir einfach mehr machen. Dieses mehr machen, mehr antreiben, mehr Gas geben macht alles noch schneller und schneller. Vielleicht transportieren wir unsere Körper dadurch an mehrere Orte, aber machen wir wirklich mehr aus der Zeit? Wann kommt uns die Zeit langsam vor?

Wenn uns langweilig ist.

Langeweile aber wollen wir nicht. Sie ist vielen sogar ein Graus!

Auch wenn der eine oder andere jetzt sagt: Langeweile kann er! Liebt er! Da liegt er so gern vor dem Fernseher und ist einfach nur faul!

Das gilt nicht. Das ist ebenso ein Indiz-Langeweile nicht ertragen zu können.

Komisch finde ich …

Das Leben der Menschen ist so wunderlich, paradox. Es ist genauso gefährlich köstlich wie eine unwiderstehlich aufgehübschte, arsengetränkte Torte. Das Leben welches uns als ach so lebenswert verkauft wird, wird uns mit Sträusel und Zuckerguss vor die Nase gehalten. Das muss der ultimative Hochgenuss sein, sollen wir denken. Viel arbeiten! Viel machen, viel schaffen, noch viel mehr tun! Viel erreichen! Viel unternehmen und viel bewegen! Das verspricht Reichtum und Reichtum wollen wir alle! Umso mehr wir rennen, umso mehr hoffen wir zu haben. 

Und dann gibts die, die laufen um… Halt dich fest! WENIGER ZU WERDEN! 

Spätestens JETZT ist es richtig menschlig, gell?

Was für ein trauriger Irrsinn! Einerseits rennen wir uns kaputt um mehr zu HABEN, andererseits rennen wir um weniger zu SEIN! 

Köstlich menschlig, oder? Mehr rennen, mehr haben, noch mehr rennen, weniger sein!

Was machen wir jetzt?

Einfach mal alles liegen lassen, würde ich vorschlagen. Was soll schon passieren. JETZT einfach mal SEIN LASSEN, indem wir LAUFEN LASSEN und uns zurücklehnen.

Die Zeit nimmt erst dann die Zipfelmütze ab, wenn wir ihr nicht mehr nachrennen. Dieser Moment ist immer dann, wenn wir Langeweile empfinden. Hier liegt der Schlüssel, wenn wir die Zeit einbremsen wollen. Wir müssen Langeweile trainieren! Aber davor fürchten sich komischerweise auch alle! Sobald Langeweile aufkommt, drehen sie durch und drehen den Fernseher auf! Oder sie bügeln, putzen, kramen, saufen, fressen oder rufen verzweifelt jemanden an! Dabei wäre man genau in dem Moment soooo knapp dran, die Zeit ohne Mütze kennenzulernen.

Denn dann beruhigt sich alles. Ganz tief in dir drinnen wird es dann still und entspannt. Plötzlich steht die Zeit still und du hast deinen Kieselstein in den Händen. Am besten streichelst du ihn dann sanft mit deinen Gedanken und überlegst dir, wo er in den letzten Wochen, Tagen dahingebrettert ist. Was ihr erlebt habt und ob das total schön war. 

Hör dem Steinchen aufmerksam zu! Es lügt nicht! Und es weiß genau, wo er rollen will!

Wenn du dann in der langen Weile tief durchatmest, kannst du im Seelenfrieden überlegen, wo du dein steiniges Bröckchen als Nächstes ins Rennen schicken willst!

Ich wünsche dir von Herzen lange Weile, die du dafür nutzen kannst zu fühlen, ob du glücklich bist, ob es dir gut geht und ob das, was du lebst, absolut das ist, was du liebst. Ob es das ist, was dich erfüllt und jeden Tag zum Lachen bringt. Sollte das nicht der Fall sein, ist es allerhöchste Zeit dich in lange Weile zu zwingen!

Keine Panik- die Zeit rennt dir nicht davon. Das ist Schmafu. Glaub nicht jeden Sch…

Glaub an dich! Und GUT is.

Dreh das Leben auf, und den Fernseher ab. Gönn dir Auszeit und Einheit mit dir selbst. Geh immer zuerst in dich rein und dann raus. Und sag, was du drinnen erfahren hast ohne Rücksicht auf Verluste, das bringt dir garantiert die größten Gewinne. 

Alles Liebe, deine LOLA

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